Den Tieren auf der Spur - Auf den zweiten Blick: Im Herbst gibt es viel zu entdecken -

Herbstzeit ist Erntezeit - nicht nur für den Menschen. Vom Eichelhäher über das Eichhörnchen bis zum Wildschwein: Viele Tiere sind jetzt besonders geschäftig und sorgen vor für den Winter. Wer genau hinsieht, findet gerade im Herbst auf feuchtem Untergrund zahlreiche Spuren des tierischen Treibens.

Dies teilte der Deutsche Jagdschutz-Verband (DJV) heute in Bonn mit und rät Kindern und Eltern: Fernglas und Bestimmungsbuch einpacken, dann hinaus, die Natur neu entdecken! "Kinder verlieren immer mehr den Bezug zur Natur", sagte DJV-Präsident Jochen Borchert. Die Frage, ob es im Wald Dinosaurier gebe, sei oftmals ernst gemeint.

Schon Sechstklässler verbringen heute vier Stunden täglich vor Fernseher und Computer. In Wald und Flur kennen sich immer weniger Kinder aus, offenbart eine DJV-Studie. Jedes vierte Kind hat noch nie ein Reh beobachtet, nur jedes dritte kennt das Kribbeln von Käferbeinen auf der Hand. Jetzt ist die Gelegenheit, das zu ändern, denn im Herbstwald gibt es allerlei Kleingetier zu entdecken. Behutsames Anfassen ist erlaubt! Ein besonderes Schauspiel bietet sich an sonnigen Septembertagen. Tausende von Jungspinnen treiben an meterlangen, silbrig glänzenden Spinnfäden durch die Lüfte - und geben dem Altweibersommer seinen Namen. Am Boden nutzen zahllose, gemütlich wirkende Mistkäfer die letzten warmen Tage zur intensiven Nahrungssuche.

Erst auf den zweiten Blick entdeckt man auch Spuren von großen Tieren, die zwar häufig vorkommen aber weitaus scheuer sind: Hier hat das Wildschwein auf der Suche nach Bucheckern und Insekten die Erde umgebrochen, dort hinterließ ein Reh seine Trittsiegel auf dem Waldpfad. Matschige Senken am Wegesrand sind oftmals das Badezimmer von Familie Wildschwein. Die Schlamm-Packung wirkt hervorragend gegen Parasiten.

Danach geht es zum Peeling an einen nahegelegenen Baum - großflächige Abriebspuren an der Rinde zeugen davon. Weisen die Stämme zudem tiefe Rillen auf, hat hier wahrscheinlich ein Keiler Zahnpflege betrieben und seine Duftmarke hinterlassen. Wenn es im Wald nach Maggi riecht, dann ist Familie Wildschwein oft nicht weit.

Gut vom Waldpfad aus zu erkennen sind die "Haustüren" von Fuchs und Dachs - ungefähr handballgroße Höhleneingänge. Letzterer frisst sich im Herbst Fettreserven für die Winterruhe an. Der Fuchs verteilt die Erde nach den Grabarbeiten fächerartig vor dem Eingang, zum Dachsbau führt eine tiefe Furche. Ist der Eingang ordentlich gefegt und von Laub befreit, ist die Höhle bewohnt. Ein Blick nach oben lohnt sich beim Waldspaziergang ebenfalls. Das schwindende Blätterwerk gibt häufig den Blick frei auf Eichhörnchen, die emsig Wintervorräte sammeln oder auf zahlreiche Vogelarten und ihre Nester.

Mit Kindern und Jugendlichen in der Natur auf Entdeckungsreise gehen - das machen Jäger seit 17 Jahren im Rahmen von Lernort Natur, einer der größten Bildungsinitiativen Deutschlands. Etwa 6.000 Stunden investieren rund 1.100 Ehrenamtliche monatlich und setzen Akzente gegen lila Kühe und gelbe Enten. Die Erfolgsbilanz spricht für sich: Über 150.000 Kinder entdecken jedes Jahr die Natur mit den Jägern. Weitere Informationen und Ansprechpartner gibt es im Internet:

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