Celestino Piazza begrüßte die zahlreichen Anwesenden im großen Festraum des Gasthauses „Reichsadler“ in Mögglingen, besonders den Minister des Landes von der CDU Dr. Stefan Scheffold, den Referenten des Abends Professor Dr. Michael Brenner von der Uni Jena mit einem Lehrstuhl für Deutsches und Europäisches Verfassungs- und Verwaltungsrecht, sowie Daniela Dinser von der CDU.
MdL Scheffold hieß die Gäste herzlich willkommen und weißt darauf hin, dass das von rot-grün verabschiedete Jagdrecht politisch sehr umstritten ist und von der Landes CDU in vielen Punkten abgelehnt wird. Seiner Meinung nach darf das Wildschweinproblem auch nicht so weit ausufern, dass keine Jagd mehr verpachtet werden kann. Auch bedingt durch die riesigen Maisschläge (Biomais) die geradezu die Schwarzwildbestände, trotz viel mehr Abschüssen durch Bejagung, nach oben treiben. Da sind dann auch mehr die Grundstücksbesitzer gefordert und vermehrt in das Wildschadenboot zu holen.
Er freute sich über die Anwesendheit von Prof. Brenner, er ist auch Pächter in Waldstetten, und übergab ihm das Wort zur Darstellung des Jagdrechtes aus Sicht des Verwaltungsrechtlers.Brenner sieht die neuen Regelungen nicht aus parteipolitischem Blickwinkel, sondern aus fachlichen Gesichtspunkten und meint die Jäger sollten einige Punkte einer kritischen Bewertung unterziehen. Jagdrecht ist Teil des Eigentumsrechtes und daher sind Eingriffe geschützt. Einschränkungen sind ein Eingriff in das Eigentumsrecht. Er warnt vor einer weiteren, langsam fortschreitenden Ausdünnung des Jagrechtes und fordert die Waidfrauen und Männer auf, etwas dagegen zu tun und wachsam zu sein. Der Staat entmündigt sonst die Jagdausübenden und setzt sie nur noch Naturschützern gleich, was ja zu einem großen Teil, was die Arbeit der Jäger betrifft, bisher schon zutrifft. Manches ist im neuen Gesetz kontraproduktiv für eine ordnungsgemäße Jagd, aber man kann auch mit Einigem leben. Heftig diskutiert wurde die Abschaffung von bleihaltiger Munition, die nachweislich keinerlei toxische Nachwirkungen am oder im Wildbret (Fleisch) hinterlässt. Von der Ballistik her ist eine Patrone mit Blei viel stabiler und genauer als alle andere Materialien. Fazit ein mit Blei auf Wild abgefeuertes Geschoss ist viel genauer, trifft das Leben und erspart dem erlegten Stück u.U. viele unnötige extra Schmerzen. Die neuen Schießnachweise, einmal im Jahr muss jeder Jäger auf dem Schießstand nachweisen, dass er mit der Waffe vertraut ist und schießen kann, finden alle richtig und gut.Dazu wird auch unser neues Schießcenter im Hölltal nach Fertigstellung höchst förderlich sein.
Brenner sagt von dem auf Landkreisebene geforderten Wildtier Manager, ist sein Tätigkeitsfeld bis heute nicht bekannt. Das Fütterungsverbot sollte aufgehoben werden. Hegegemeinschaften für Hasen- und Jungfuchsjagd dient der Einschränkung der Jagd. Der Natur- und Tierschutz sollte keinen Vorrang mehr vor dem Jagdrecht haben, dies betrifft überwiegend wildernde Hunde und Katzen.
Zum Schluss wurde noch über jagdliche Themen diskutiert und man kam zu dem Fazit, dass die Jägerschaft vom allergrößten Teil der Mitmenschen anerkannt, ihre Arbeit, auch für die Gemeinschaft, geschätzt und für notwendig empfunden wird. Jeder ist bereit in persönlichen Gesprächen vor Ort oder am Stammtisch das Verhältnis zwischen Jägern und der Bevölkerung durch Aufklärung weiter zu vertiefen und zu fördern.
Bericht und Foto von Pressereferent Werner Rupp.
