Nabu: Bedrohte Singvogelarten

Ein Kommentar von Werner Rupp

Erstellt am 25.01.2019

Den Zeitungsbericht des Nabu Schwäbisch Gmünd bzw. ihres Vorsitzenden, bezüglich vieler bedrohter Singvogelarten, habe ich mit Freude gelesen. Besonders erfreute mich die Aussage, dass da auch unsere Stubentiger einen Anteil daran haben und die Besitzer ihre Katzen nicht streunen lassen sollten. Auch wir und unsere Nachbarn können da ein Klagelied davon singen.

Selbst an einer kleinen Finger dicken Strebe, ca. 150 cm lang, die unser Futterhaus vor dem Umfallen schützt, versuchte es eine Hauskatze, mehrmals mit den Vorderpfoten sich wie ein Reck Turner entlang zu hangeln, um an das Häusle zu kommen. Ein paar Mal schaffte sie es bis über die Mitte der Stange, ehe sie dann enttäuscht aufgab. Die Birds waren natürlich alle schon abgestrichen. Dies war für meine Frau und mich ein besonderes Erlebnis und wir amüsierten uns prächtig über die kunstturnerischen Fähigkeiten dieses Tieres. Leider haben sie in vielen anderen Versuchen mehr Erfolg, was wir auch schon öfters mitbekommen haben.

Die Meinung des Nabu, dass Eichhörnchen und Spechte ihren Anteil am Rückgang hätten, teile ich nicht, denn sie waren schon immer da und haben ihre Daseinsberechtigung. Ganz im Gegensatz zu den Waschbären, eine invasive Art, die aus Nordamerika in den 1930 Jahren eingeschleppt in Pelzfarmen gehalten und dann freigelassen wurden. Sie haben sich inzwischen hauptsächlich aus Nordhessen derart verbreitet, dass viele geschützte Arten, wie Lurche, Frösche, Nattern, Vögel, Enten, Gänse, Hasen, Eulen, Käuze usw. darunter leiden und sie ganz erheblich am Rückgang z.B. an Bodenbrütern wie Lerche und Wiesenweihe neben anderen Raubtieren, dazu gehören Rabenvögel ebenso wie Elstern, beteiligt sind. Diesen, für viele Leute, putzigen Artgenossen, hat der Nabu gar nicht erwähnt.

Wenn dann noch Natur Veränderungen durch Pestizide etwa dazu kommen wird es für ganz schwer, die so wichtige Artenvielfalt zu erhalten.   

Ganz klar wenn es immer weniger Insekten gibt, was auch am nicht mehr Vorhandensein von blühenden Sommerwiesen, die es früher zu Hauff gab, liegt, finden viele Vögel keine Nahrung für sich und zur Aufzucht ihrer Jungen mehr.

Mit der Bejagung der anpassungsfähigen Fleischfresser leisten Jäger einen wichtigen Beitrag zum Artenschutz in Deutschland. Die zweite Stellschraube sind Erhalt und Verbesserung von Lebensräumen. Laut JVGD ist der Elterntierschutz bei der Jagd sehr wichtig: Insbesondere Muttertiere mit abhängigen Jungen dürfen nicht erlegt werden. Weitergehende Schonzeiten für Raubsäuger halten wir für kontraproduktiv, weil eine effektive Bejagung zum Schutz von seltenen Arten erschwert wird.

Es ist nicht möglich, Waschbär oder Marderhund aus Deutschland wieder zu entfernen. Sie haben sich etabliert und werden Deutschland weiter erobern. Allerdings kann Jagd die Ausbreitung und den räuberischen Einfluss auf heimische Arten stark reduzieren. Die Eindämmung gebietsfremder Arten ist eine Herkulesaufgabe. Sie erfordert gemeinsame Anstrengungen in staatlich und privat betreuten Flächen, besonders in Naturschutzgebieten.

Werner Rupp

Erstellt am 25.01.2019
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