Alltägliche Redewendungen entstammen der Jägersprache

Da ist etwas im Busch! Viele alltägliche Redewendungen stammen aus der Jägersprache. Sie ist jahrhundertealt und umfasst heute rund 13.000 Wörter.

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Die deutsche Sprache ist gespickt mit Redewendungen und Sprichwörtern. Meist sind es kleine Weisheiten oder Bezeichnungen, die eine Tätigkeit oder eine Verhaltensweise auffassen und sie wie eine Art Gleichnis darstellen. Viele von ihnen haben ihre Wurzeln in der Jagd und gehen teilweise zurück bis in das 7. Jahrhundert.

Geht jemandem beispielsweise etwas durch die Lappen, dann entgeht ihm etwas oder er lässt eine Gelegenheit ungenutzt verstreichen. Ein Blick ins 17. Jahrhundert bringt Klarheit über die Herkunft: Bei den sogenannten Lappjagden wurden kilometerlange Leinen mit Lappen behangen, um Wild in eine bestimmte Richtung zu lenken. Selten kam es aber vor, dass die Tiere sich nicht beirren ließen und „durch die Lappen gingen“.

Etwas abblasen meint, etwas jäh beenden. Früher dienten vor allem Jagdhörner der akustischen Verständigung unter den Jägern. So wurde mit einem bestimmten Hornsignal das Ende des Treibens oder der Jagd angekündigt.

Wenn jemand „weiß wie der Hase läuft“, dann kennt er sich aus und lässt sich nicht in die Irre führen. Hasen haben die Angewohnheit, potenzielle Feinde durch Hakenschlagen oder andere Manöver zu täuschen. Der erfahrene Jäger wiederum weiß, dass Meister Lampe, wenn er aus seiner Sasse (Ruheplatz) aufgescheucht wird, in einem großen Bogen zu dieser zurückkehrt.

Weitere Beispiele sind „von etwas Wind bekommen“ (etwas vorzeitig in Erfahrung bringen) oder „jemanden aufs Korn nehmen“ (jemanden mit bestimmter Absicht ständig beobachten).

Auf 60 %der deutschen Felder werden Mais, Raps und Weizen angebaut – ideale Rohstoffe für Wildschweine. Ohne die Jägerschaft könnten die Allesfresser ihren Bestand pro Jahr mehr als verdreifachen und enorme Wildschäden anrichten.

Jagd in Deutschland ist notwendig: Zu hohe Wildbestände verursachen wirtschaftliche Schäden in der Land- und Forstwirtschaft. Diese sogenannten Wildschäden sind gesellschaftlich nicht akzeptiert. Wenn viele Tiere einer Art auf engstem Raum leben, ist die Kapazitätsgrenze des Lebensraumes nahezu erreicht. Zudem haben Krankheitserreger wie Tollwut und Schweinepest - so wie aktuell die Afrikanische Schweinepest - leichtes Spiel. Sie dezimieren den Bestand. Die Gefahr von Seuchenzügen nimmt zu, was ebenfalls gesellschaftlich nicht erwünscht ist. Denn viele Erreger wie Tollwut oder Fuchsbandwurm sind auch für den Menschen gefährlich. Die Jägerschaft in Deutschland kann helfen, diesen Seuchen vorzubeugen.

Mehr Nahrung, mehr Wildtiere

Wildbestände erhöhen sich auf gleichbleibend großer Fläche, wenn das Nahrungsangebot für Wildtierarten größer wird. Mit der steigenden Lebensraumkapazität erhöht sich somit auch der Ertrag der Jagd in Deutschland. Der Mensch heizt beispielsweise den Klimawandel durch erhöhten Ausstoß von Stickstoff- und Kohlendioxid an. Dadurch können Buchen, Eichen und andere Früchte tragende Baumarten mehr Samen produzieren. Die Nahrung für Wildschweine im Winter ist gesichert. Da die Winter immer milder werden, überleben zudem auch schwache Tiere und pflanzen sich fort. Zu guter Letzt schafft der Mensch ein noch größeres Nahrungsangebot für anpassungsfähige Wildtiere auf den Feldern. Im Jahr 2020 wuchsen Mais, Raps und Weizen auf 56 Prozent der deutschen Anbaufläche (Destatis 2020). Alle drei Feldfrüchte sind sehr energiereich, ihr Ertrag pro Fläche hat sich in 40 Jahren etwa verdreifacht. Aufgrund all dieser Faktoren vermehren sich einige Wildtiere stärker. Jägerinnen und Jäger in Deutschland müssen in der Folge auch mehr Tiere erlegen, um Wildschäden zu reduzieren.

"Jagd ist wichtig!" - davon sind 51 Prozent der Deutschen überzeugt. Das sind ein Fünftel mehr als im Jahr 2003, Vermeidung von Wildschäden und Schutz seltener Arten: Die Jagd findet positive Resonanz in der Bevölkerung. Deutlich mehr als 80 Prozent  halten die Jagd in Deutschland für notwendig, um Wildbestände zu regulieren. Mehr als 90 Prozent sind der Meinung, dass Jägerinnen und Jäger die Natur lieben. 85 Prozent (plus 5 Prozent gegenüber 2003) finden die Aussage „Jagd bedeutet Schutz vor Wildschäden” korrekt. 79 Prozent (plus 11 Prozent) sind überzeugt, dass die Jägerschaft viel Zeit in den Naturschutz investiert. Positiv stehen die Teilnehmenden der Aussage „Jägerinnen und Jäger helfen selten gewordenen Arten" gegenüber. Mit einem Plus von 5 Prozent vertreten nunmehr 71 Prozent der Deutschen diese Meinung

Ob Grill, Ofen oder Herd: Wild ist Naturgenuss pur und einfach in der Zubereitung. Jeder zweite Deutsche isst Wild – ausprobieren lohnt sich! Infos und abwechslungsreiche Rezepte gibt es auf www.wild-auf-wild.de.

Wildbret ist ein hochwertiges und heimisches Fleischprodukt der Jagd in Deutschland. Die Tiere ernähren sich nur von dem, was sie in der Natur finden und was ihnen schmeckt. Rehe beispielsweise sind Feinschmecker. Besonders im Frühling naschen sie nur zarte Knospen. Dies wirkt sich positiv auf Fleischqualität und -geschmack aus.

Das sehr magere Fleisch von Wildtieren ist besonders lecker und zart. Muskelfleisch vom Reh etwa hat im Winter nur 2 Gramm Fett pro 100 Gramm Gewebe. Der Fettgehalt in den Muskeln ist im Herbst und Winter sogar etwas höher als im Frühjahr und Sommer, weil die Tiere sich ein wärmendes Polster anfressen. Das kalorienarme Wildbret von Reh, Hirsch oder Wildschwein ist reich an essenziellen Omega-3-Fettsäuren, Vitaminen und Spurenelementen. 

Einfache Zubereitung, bester Wildbret Geschmack

Der Mythos, dass Wildbret aufwändig in der Zubereitung sei, stammt noch aus Zeiten, als es keinen Kühl- und Gefrierschrank in jedem Haushalt gab. Verzehrt wurde Wildfleisch bis ins 20. Jahrhundert auch dann noch, wenn es bereits streng roch. Für den besseren Geschmack musste es vor dem Verzehr entsprechend lang mariniert, gebeizt und gegart werden. Heute wird Wildbret wie herkömmliches Fleisch von Rind oder Schwein gelagert und zubereitet. Es bedarf keiner besonderen Würz- oder Zubereitungsmethode und schmeckt gegrillt genauso lecker wie geschmort oder gebraten. Für Kurzgebratenes reichen Salz und Pfeffer aus. Dann kommt der feine Wildgeschmack besonders gut zur Geltung.

Heimisches Wildbret: Qualität, die man schmeckt

Heimisches Wild ist ein regionales Produkt, wenn es direkt aus lokaler Jagd oder Forst bezogen wird. Bei Produkten aus dem Supermarkt sollte unbedingt die Herkunft kontrolliert werden. Diese stammen häufig aus landwirtschaftlicher Gatterhaltung in Übersee. Sicherheit bietet das Logo „Wild aus der Region“. Das springende Reh wirbt für Produkte der Jagd in Deutschland und wird nur an solche vergeben.

Wildschwein ist besonders beliebt

In der Gunst der Verbraucher ist Wildbret hoch im Kurs. Besonders Wildschwein landet auf dem Teller: Mehr als 20.000 Tonnen Schwarzwild verspeisten die Deutschen im Jagdjahr 2019/20 (1. April bis 31. März). Reh folgte mit knapp 9.000 Tonnen. Von Rot- und Damhirsch wurden insgesamt fast 4.000 Tonnen zubereitet und gegessen. Auch Wildgeflügel ist beliebt.

Verbraucher schätzen regionales Wildbret. Mehr als 80 % sehen im Wildfleisch ein gesundes und natürliches Lebensmittel. Die Beliebtheit des Naturproduktes stieg somit im Vergleich zu 1999 um mehr als 20 Prozent an. Mehr als die Hälft hat innerhalb eines Jahres Wild gegessen oder Wild selbst zubereitet. Im Restaurant aßen 51 Prozent der Konsumierenden Wildbret. Weitere 23 Prozent bezogen ihr Wild von der lokalen Metzgerei, 18 Prozent von Jägerinnen und Jägern.

180 Stunden büffeln fürs Jägerabitur

Bis zu 180 Pflichtstunden müssen die Anwärterinnen und Anwärter im „Klassenzimmer“ und auf dem Schießstand absolvieren. Darüber hinaus lernen alle waidgerechten Jägerinnen und Jäger in Deutschland ein Leben lang. Regelmäßige Schießübungen, fachliche Weiterbildungen, Jagdpraxis sowie die Auseinandersetzung mit aktuellen Themen aus Politik, Umwelt, Recht oder Artenschutz sollten zum Alltag gehören. 

Die Jägerschaft in Deutschland muss überdies ihre Zuverlässigkeit in Bezug auf den Waffenbesitz regelmäßig nachweisen.

Autor: Werner Rupp